Kammermusiksaal ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
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Zwischen Resignation und Hoffnung

MISERERE 
Barockes, Gegenwärtiges und ein A-cappella-Kleinod des 
20. Jahrhunderts zum Abschluss der Saison 
  
Fr, 26. Juni 2026, 20 Uhr 
Philharmonie Berlin, Kammermusiksaal
Am 26. Juni 2026 um 20 Uhr beschließt der RIAS Kammerchor Berlin im Kammermusiksaal der Philharmonie die Saison mit dem Programm MISERERE. Mit Musik aus italienischem Barock, klassischer Moderne und Gegenwart lotet es spirituelle Räume zwischen Verzweiflung und Hoffnung aus. Peter Dijkstra, Chefdirigent des Nederlands Kamerkoor und Künstlerischer Leiter beim Chor des Bayerischen Rundfunks, hat die musikalische Leitung des Abends mit Werken von Domenico Scarlatti, Isabella Leonarda, Frank Martin, James MacMillan und Nana Forte . 
 
Domenico Scarlattis klangprächtiges Meisterwerk Stabat Mater für zehn Stimmen und Basso continuo (17151719) ragt heraus unter den Chorwerken des Komponisten, der vor allem berühmt für seine 555 Cembalo-Sonaten ist. Angelegt für zehn individuelle, gleichwertige Stimmen, vielfältig miteinander verschränkt und überkreuzt, entsteht ein akustisches Vexierspiel mit großem Ausdrucksspektrum von schmerzvoll dissonanzenreich bis lieblich und opernhaft. 
 
Auf die barocke Meditation zur Gottesmutter angesichts ihres gekreuzigten Sohnes antworten zwei zeitgenössische Vertonungen des 51. Psalms, jener Bitte um Erbarmen des zum Mörder gewordenen König David, die mit den Worten beginnt „Miserere mei, Deus“, „Gott, sei mir gnädig“. Das Miserere (2009) des Schotten Sir James MacMillan, Komponist, Schriftsteller und weltweit tätiger Dirigent, arbeitet mit wiederkehrenden Motiven und plötzlichen Änderungen der Lautstärke, Textur und Satzweise. Psalmodien zitieren mitunter das berühmte Miserere von Gregorio Allegri (1638). Einen Bogen zur Tradition schlägt auch das Miserere mei (2023) der Slowenin Nana Forte: Fast durchgehend homophon, spielend mit Konsonanz und Dissonanz, verströmt die Komposition eine mittelalterlich-sakrale Atmosphäre, laut Forte mit durchaus heutiger Aussage: „Dieser Text hat eine starke Botschaft, mit der jede und jeder etwas anfangen kann – gerade in unseren Zeiten. Der Psalm spricht darüber, dass demjenigen vergeben wird, der seine Sünden und Fehler erkennt und seine Wunden zeigt und mit all dem zu Gott betet. Er wird geheilt.“ 
 
Es folgt eine Sonate für Cello und basso continuo der im 17. Jahrundert als Nonne lebenden italienischen Komponistin Isabella Leonarda, die über 200 Werke hinterlassen hat. Das Programm endet mit Frank Martins Messe für zwei vierstimmige Chöre, einem der großen A-cappella-Chorwerke des 20. Jahrhunderts. Entstanden zwischen 1922 und 1926, wurde sie erst 1963 uraufgeführt. Die Messe entstammt der Zeit, als der Einzelgänger Martin, der nie eine Musikhochschule besuchte und sich keiner der widerstreitenden Richtungen des frühen 20. Jahrhunderts anschloss, noch auf der Suche nach seiner eigenen Tonsprache war. Sie verschmilzt Ausdrucksmittel und Epochen auf moderne Weise: Polyphonie der Renaissance, Pentatonik, Gregorianik und barocke Kompositionstechniken wie musikalische Textausdeutungen und üppige Koloraturen. Peter Dijkstra: „Wir müssen dem Dirigenten, der Martin damals dazu bewogen hat, die Messe freizugeben, unglaublich dankbar sein – denn so wurde uns fantastische Musik geschenkt.“ 
 
PUBLIKUMSWORKSHOP Konzertbesucher*innen können unter der Leitung von RIAS-Chefdirigent Justin Doyle selbst singend einen Eindruck vom Programm bekommen, unterstützt von Absolvent*innen des RIAS Kammerchor Studios. Geprobt wird das Agnus Dei aus Frank Martins Messe sowie James MacMillans O Radiant Dawn. Der Workshop findet am Konzerttag um 17 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie statt. Teilnahmevoraussetzung ist ein Konzertticket, Anmeldung mit Angabe der Stimmgruppe ist möglich bis zum 20. Juni per E-Mail an marketing@rias-kammerchor.de.
Tickets
Pressekarten 
Für Pressekarten wenden Sie sich bitte an presse@rias-kammerchor.de. 
 
Deutschlandfunk Kultur
Deutschlandfunk Kultur zeichnet das Konzert auf und und sendet es am Dienstag, den 30. Juni um 20 Uhr. Im Anschluss ist es 30 Tage im Web und in der Deutschlandfunk App verfügbar. 
 
Freitag, 26. Juni 2026, 20 Uhr 
Kammermusiksaal 
der Philharmonie Berlin 
 
PROGRAMM
DOMENICO SCARLATTI (1685–1757) 
Stabat Mater a 10 voci 
 
JAMES MACMILLAN (*1959) 
Miserere 
 
NANA FORTE (*1981) 
Miserere mei 
 
ISABELLA LEONARDA (1620–1704) 
Sonata duodecima a violino solo 
arrangiert für Cello und Basso continuo 
 
FRANK MARTIN (1890–1974) 
Messe für zwei vierstimmige Chöre 
 
MITWIRKENDE
RIAS Kammerchor Berlin 
 
Philine Lembeck 
Cello 
 
Magnus Andersson  
Laute 
 
Flóra Fábri  
Orgel 
 
Katharina Morin 
Einstudierung 
 
Peter Dijkstra 
Dirigent 
 
 
Dieses Konzert unter der Leitung von Peter Dijkstra wird im Rahmen der Konzertförderung Forum Dirigieren – eine Initiative des Deutschen Musikrates – aus Fördermitteln der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) unterstützt. 
 
Katharina Morin übernimmt für dieses Konzert die Einstudierung. Die Kapellmeisterin und Assistentin des Generalmusikdirektors am Badischen Staatstheater Karlsruhe ist Gewinnerin des 
6. Preises für Chordirigieren 2024 und aktuell Stipendiatin des Deutschen Musikrats im Bereich Orchesterdirigieren. 
 
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